Gemeinsam ist man nicht allein

Gute Ratschläge für Senioren und Angehörige bei Vortragsreihe der Marktgemeinde (Teil 2)

„Zu Hause daheim“ – die Veranstaltungsreihe unter diesem Motto, organisiert und moderiert von der Sozialpädagogin Janine Weiß, ist bei Seniorinnen und Senioren sowie ihren Angehörigen auf großes Interesse gestoßen (wir berichteten in der letzten Ausgabe des Reichertshofener Anzeigers). Weiß ist seit Oktober zuständig für die Koordination der Seniorenarbeit, Beratung und Information sowie die Entwicklung einzelner Projekte. Eine Aufgabe, die in einer alternden Gesellschaft an Bedeutung weiter zunehmen wird: Das wurde auch dadurch deutlich, dass Bürgermeister Michael Franken an fast allen Veranstaltungen teilnahm, um sich zu informieren und mit vielen Teilnehmern ins Gespräch zu kommen.

 

Bei der Auftaktveranstaltung für das „Café Vergissmeinnicht“, das am 27. Juni starten soll, wurden unter dem Leitgedanken „Wir tragen Ihre Sorgen mit“ ein neues Angebot für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen vorgestellt. Unter der Leitung des Sorge-Netzwerks Reichertshofen des Kompetenzzentrums Demenz der Alzheimer-Gesellschaft im Landkreis Pfaffenhofen soll einmal im Monat, jeweils am ersten Samstag, in gemütlicher Runde bei Kaffee und Kuchen ein geselliges Beisammensein stattfinden. Geplant ist auch, Jahreszeitfeste abzuhalten.  

 

Angehörige von Demenzkranken können hier Erfahrungen austauschen und sich einfach begegnen, erleben, dass es viele Menschen gibt mit solchen Lebensumständen, Aufgaben und Sorgen. Die Betroffenen werden von einem Helferkreis betreut, Musik, Kommunikationsförderung und Erinnerungsarbeit spielen dabei eine Rolle. Für dieses bezahlte Ehrenamt sucht der Markt Reichertshofen noch Helfer, die unter anderem im Umgang mit demenzkranken Menschen geschult werden. Gesucht werden für das „Café Vergissmeinnicht“ auch Kuchenbäcker(innen), Musiker und Dekorationsgeber.

 

Vorsorge treffen – nicht erst im Notfall, sondern rechtzeitig: Gerade auch dieser Themenbereich stieß auf großes Interesse, viele Bürger ließen sich über Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung informieren. Jeder kann krank werden oder durch die Folgen eines schweren Unfalls beeinträchtigt sein, auch in jungen Jahren. Daher sollte sich jeder Gedanken über Betreuungsverfügungen oder Vorsorgevollmachten machen, die auch alle zwei Jahre überprüft und wenn nötig überarbeitet werden sollten, rät die Sozialpädagogin Weiß. Die Betreuungsstelle am Landratsamt Pfaffenhofen oder auch die Caritas (Fachstelle für pflegende Angehörige) beraten – kostenlos – zu allen Fragen rund um die Vorsorge. Hier oder bei Janine Weiß (Markt Reichertshofen) bekommt man auch eine Notfallmappe, die alle notwendigen Formulare enthält.

 

Weitere Themenbereiche, zu denen Informationsveranstaltungen stattfanden, waren „Pflege zu Hause“ und „Letzte Hilfe – am Ende wissen, wie es geht“. In punkto Betreuungs- und Entlastungsleistungen erfuhren die Teilnehmer, dass diese nur in Anspruch genommen werden können, wenn zumindest der Pflegegrad 1 vorliegt und sie nur von anerkannten Dienstleistern erbracht werden dürfen, damit eine korrekte Abrechnung über die Pflegekasse gewährleistet ist.

 

Zu Hause daheim - Hospitzverein

 

Voll ausgebucht war auch der Kurs, in dem Wissen vermittelt wurde, was zu tun ist, wenn es nicht mehr um Lebensrettung, sondern nur noch um die Begleitung von Sterbenden geht.

 

Kontaktdaten der Quartiersmanagerin Janine Weiß, Marktgemeinde Reichertshofen: Telefon 01520 6436189, E-Mail weissj@reichertshofen.de